Alex und der Sonntagsknochen

In den Sechzigerjahren hatte das bekannte Restaurant zur Linde in Linn jeweils sonntags einen besonders imposanten Stammgast.

Das Dorf Linn – Alex

Alex hiess er. Ein Bild von einem Kerl, ein Riese seiner Rasse. Ein Blick in seine sanften dunklen Augen und es war um mich geschehen. Noch keine zehn Jahre alt war ich damals.

Brunner Peter erinnert sich gerne an ihn. Noch heute bekommen seine Augen einen feuchten Schimmer, wenn er über den Bernhardinerhund spricht. Damals in den Sechzigerjahren gehörten Alex und seine Mutter Britta zum Linner Ortsbild. Um den unbändigen Appetit der beiden zu stillen, wurde für sie eigens eine Tiefkühltruhe betrieben. Brunner Hans, ein Arbeitskollege meines Vaters, lacht, es seien manchmal halbe Kälber drin gewesen. Aber das habe kaum gereicht. Kein Wunder, brachte Alex in seinen besten Hundejahren doch satte 78 Kilogramm auf die Waage. Einer seiner Nachkommen schaffte es sogar bis nach Amerika. Nach Michigan zu einer Tante, die ausgewandert war.

Alex treues Herz schlug für seine Familie. War die Tochter wieder einmal zu lange bei den Nachbarn, wurde er hingeschickt, um sie zu holen. Zurück kam er nie allein.

Eine besondere Geschichte macht Alex unvergesslich und bringt die Leute heute noch zum Staunen. Wenn Vater uns im VW-Käfer zum Besuch nach Linn mitnahm, musste er sie spätestens auf der Höhe des Gasthofs vier Linden Richtung Passhöhe erzählen.

Alex kannte die Wochentage. Zumindest wusste er, wann Sonntag war. Niemand konnte es erklären. Es war einfach so. Vielleicht konnte er ihn riechen. Wer weiss. Der Duft kam immer aus der gleichen Richtung von der Dorfstrasse her. Dort stellte Erika Bossart, die berühmte Wirtin zur Linde, die Reste des Beinschinkens in der Küche auf die Anrichte zurück. Auf einen Abnehmer musste sie nicht lange warten. Alex stand schwanzwedelnd schon draussen unter dem grossen Fenster bereit. Die Wirtin warf ihm den grössten Knochen zu. Zurück auf dem Hof legte er sich gemütlich ins Gras und machte sich mit seinen Zähnen an die harte Arbeit. Wenn Peter sich beeilte, konnte er Alex noch ein saftiges Stück Fleisch vom Knochen abluchsen. Das nahm er am nächsten Tag im Znünibrot mit!

Von Lucia von Lewinski-Stofer

Linner Linde Aktuell

Myriaden frischer Blätter


Welch eine Freude meine neuen Blätter der Frühlingssonne entgegen zu strecken.

Ein Tag wie Ferien


Eine unvergessliche Wanderung von der Linner Linde zur Burg Schenkenberg.

Wo wir uns finden, wohl unter Linden


Auf der vierten Etappe der AZ Leserwanderung 2015 gab es Lindenblütentee für die durstigen Wanderer.