Dorfverein Linn Events

Grillplausch

Wie jedes Jahr treffen wir uns zum Grillieren am Dorfplatz

Dorfvereinsfest 2016

Wie jedes Jahr im September bekochen wir die Linner.

Christbaum-Verteilete 2016

Jeder Linner bekommt einen Weihnachtsbaum mit Punsch, Glühwein uns Stollen.

Eine unvergessliche Wanderung

Wanderung von der Linner Linde zur Burg Schenkenberg.

 

Dank dem Facebook-Auftritt der Linner Linde wurde ich auf das Dorf Linn aufmerksam. Wir sind uns alle einig, dass die gemütliche Wanderung ein Highlight in unserem diesjährigen Wanderprogramm war.

Seit über 10 Jahren organisiere ich fast wöchentlich Wanderungen, bei denen es nicht um «höher-schneller-weiter» geht, sondern darum, die schönsten Regionen der Schweiz zu Fuss zu erkunden. Abseits von den bekannten Sehenswürdigkeiten und Tourismusorten, geniessen wir die Natur und Kraftorte und besichtigen gern historische Gemäuer.
Zu den Wanderungen lade ich unter anderem auf Facebook ein. Und da Facebook seinen Nutzern hin und wieder automatisch Seiten vorschlägt, die von Interesse sein könnten, erschien bei mir eines Tages ein wundervolles Foto von einer riesigen Linde: der Linner Linde. Mir kam das Bild bekannt vor, obwohl ich wusste, dass ich nie dort gewesen bin. Neugierig sah ich mich auf der Seite um: Es ist etwas ungewöhnlich, dass ein Baum einen Internetauftritt hat, diesen fleissig betreut und herzlichen Kontakt zu seinen Lesern pflegt. Aber warum auch nicht, auf Facebook sind auch Haus- und Plüschtiere mit eigenen Profilen vertreten. Zudem hat die Linde mehr zu erzählen, als manch ein Mensch. Von da an bin ich nicht nur mit dem Dorf Linn, sondern auch mit der Linner Linde im Internet befreundet und wollte beide so bald wie möglich persönlich besuchen.

Im November organisierte ich eine Wanderung, die von der Linner Linde zur Burg Schenkenberg führen sollte, und schrieb diese auf meiner Wanderwebseite aus. Wir sind kein Verein, sondern eine Gruppe, die jedem offen steht. So kommen neben Einheimischen oft Touristen oder Personen mit, die nur kurze Zeit in der Schweiz arbeiten und ein paar schöne Ecken des Landes sehen möchten. Ich muss gestehen, dass ich Aargau bisher selten berücksichtigte, da allgemein das Interesse nie sehr gross war. Die Leute wollen etwas Spektakuläreres, worüber sie dann daheim erzählen können … Wir haben Ihren Kanton bisher mächtig unterschätzt, liebe Aargauer, ihn aber an diesem Tag fest ins Herz geschlossen!

Die Wettervorhersage war an dem Wochenende, an welchem ich zu dieser Wanderung einlud, ziemlich trüb. Es war die Rede von Nebel und Regenschauern. Einige wetterfeste Naturfreunde waren aber der gleichen Meinung wie ich: Nebel gibt doch einem 800-jährigen Baum und einer alten Burgruine etwas Mystisches. So waren wir letztendlich acht Personen und ein lieber Vierbeiner, die sich auf die Linner Linde und eine uns total unbekannte Gegend freuten. Wetterfest verpackt, trafen wir uns auf dem Bahnhof Zürich, bzw. stiegen einige Kollegen unterwegs zu.

Da ich selber ein GA habe, muss ich mich nicht darum kümmern, welches Ticket ich wohin zu lösen habe. Bisher hatte niemand Probleme, seinen Fahrschein zu kaufen, egal, wohin wir fuhren. An dem Tag gab es aber einige Verwirrung. Ein englischer Kollege hatte sein Ticket nur bis
Bözberg kaufen können und startete eine Diskussion, dass es keine Haltestelle Linn Linde gäbe. Er hatte seines online gekauft und war sich absolut sicher, dass wir einen Kilometer von Bözberg zu der Linde laufen müssten. Irgendwo im Internet las er, dass Linn scheinbar eine Strasse sei, aber ohne Bushaltestelle. Eine Kollegin dagegen war am Morgen an den Bahnschalter in Dübendorf gelaufen und hat einen Fahrschein mit dem Ziel Linn, Linde problemlos erhalten. Sie zahlte sogar noch einige Franken weniger als unser Engländer. Dafür musste dieser zusätzlich zu seinem teureren Billett im Bus letztendlich noch einen kleinen Betrag draufzahlen, denn: Die Endstation des Busses war klar und deutlich mit «Linner Linde» angeschrieben. Es gibt sie also doch!
Nun, er hat es mit Humor genommen und genoss die Busfahrt von Brugg nach Linn genauso, wie wir alle.

Im Aargau schien die Sonne, von Nebel keine Spur. Ebenso fehlten die im Kanton Zürich allgegenwärtigen Baustellen, stattdessen überraschte uns die Region mit viel Grün und Natur, soweit das Auge reicht. Das gefiel natürlich allen, und wenn ich spüre, dass meine Gruppe zufrieden ist, kann ich den Tag auch richtig entspannt geniessen.
Dann endlich lernte ich meine 800-jährige Facebook-Freundin persönlich kennen. Die alte Dame ist wunderschön und erfreut sich bester Gesundheit. Ganz offensichtlich schaut Linn darauf, dass es seiner ältesten Bewohnerin richtig gut geht. Ich habe selten Wanderkollegen so ehrfürchtig gesehen und selbst jene, die an Kraftorten nie irgendwas spüren, wurden hier verzaubert. Bruno, unser vierbeiniger Kollege, umrundete die Linde zweimal und war wohl etwas überfordert, jedenfalls wagte er nicht mal, zu markieren, legte sich neben den riesigen Stamm und rührte sich gar nicht mehr. Wie lange wir unter der Linde sassen, kann ich nicht sagen, wir hatten ein wenig das Zeitgefühl verloren. Aber doch mussten wir weiter, wir waren nämlich noch eingeladen, ein altes Haus im Dorf anzusehen. Diese spontane Gastfreundschaft kam dank der Facebook-Seite «Linn, Aargau» zustande.

Linn ist ein absolut sehenswertes kleines Dorf … wir fanden aber zuerst das Haus nicht. Da wurde nicht mehr über den englischen Kollegen und sein teures Ticket gelästert, jetzt war ich an der Reihe: Ich konnte mich beim besten Willen nicht an die Adresse erinnern. Aber ich hatte ein Foto und wusste, das Haus steht «links vom Brunnen», auch die Hausnummer kannte ich noch. Nur, die nützte nicht viel, irgendwie gehen die Nummerierungen nämlich nicht der Reihe nach. Das sorgte dafür, dass wir suchend durch das Dorf schlenderten und viel Freude an den liebevoll gepflegten und dekorierten Häusern sowie den schönen Gärten hatten. An jenem Tag hatte ich Gäste aus Kanada, Dänemark, Rumänien, England und Hongkong in meiner Wandergruppe und die waren sich einig: So ein schönes, traditionelles Dorf hätten sie niemals im Aargau erwartet, dafür müsste man ja sonst in die Bergregionen fahren …

Letztendlich fanden wir unseren Gastgeber, erfuhren viel Interessantes über Linn, die Region, den Kanton Aargau und wollten am liebsten gar nicht mehr weg. Mussten wir schliesslich aber doch, wir hatten den Kindern versprochen, auf der Burg Schenkenberg zu grillieren. Die nachfolgende Wanderung ist wirklich lohnenswert! Zuerst folgten wir dem Wegweiser Richtung Linner Berg. Aus der Höhe gab es nochmals einen herrlichen Blick über Linn und die Umgebung. So viel unverbautes Land … möge das noch sehr, sehr lange so bleiben! Natürlich schauten wir auch immer wieder zurück zu der beeindruckenden Linde, bis sie schliesslich aus unserem Blickfeld entschwand.

Der Wanderung zur Burgruine Schenkenberg ist in wenigen Worten beschrieben: Ein gut ausgeschilderter und für Jung und Alt bestens geeigneter Weg führte uns durch eine sonnendurchflutete, vom Herbst in schönsten Farben angemalte Landschaft, die vor dem tiefblauen Himmel schon fast kitschig wirkte. Der von uns an diesem Tag am meisten gesprochene Satz war sicher: «Ist das schöööön hier, wir sollten öfter in den Kanton Aargau gehen!»
Bald schon sah man in der Ferne auf einem Hügel die Ruine thronen. Genau zur richtigen Zeit, denn der Hunger meldete sich langsam. Vorbei an ein paar schönen Bauernhäusern und davor grasenden, zotteligen Hochlandrindern, erreichten wir den kurzen, etwas steilen Aufstieg hinauf zur Burg.

Zwar hatte ich vorher gelesen, dass es sich um die imposanteste Burgruine im Kanton Aargau handelt, so weitläufig hatte ich sie aber gar nicht erwartet. Die Entscheidung, hierher zu wandern, war also auch goldrichtig. Nach einem ersten Rundgang durch die Ruine versammelte sich bald die ganze Truppe um eine der Grillierstellen. Die Kinder nahmen später mit dem Vierbeiner den riesigen «Abenteuerspielplatz» noch eine Weile in Beschlag, bevor wir leider die alten Gemäuer verlassen mussten, um unserem heutigen Ziel Thalheim entgegenzuwandern. Hier hielt Aargau nochmals eine Überraschung für uns bereit: Thalheim ist ein Weinbaudorf, weshalb bunte Weinblätter den Weg säumten. Wie angemalt leuchteten sie in der Abendsonne. Unser Engländer meinte: «Das ist ein Tag wie Ferien.» Da konnten wir alle nur zustimmen.

Am kommenden Tag schrieb mir die aus Kanada stammende Kollegin auf Facebook: «Wenn du das nächste Mal etwas im Aargau planst, gib mir bitte unbedingt Bescheid, ich möchte wieder mit!». Die anderen stimmten alle zu. Ja, ich plane natürlich schon, denn ich bin mir sicher: Auch im Schnee müssen die Linner Linde und ihr Dorf sowie Ihre Region, liebe Aargauer, wunderschön sein!

Text und Bilder von Sabine Itting

Sabine Itting arbeitet als freiberufliche Texterin und Autorin. Ehrenamtlich organisiert und leitet sie seit vielen Jahren Wanderungen und Ausflüge in der gesamten Schweiz. Mehr Informationen über Sabine Itting und ihre Wanderprojekt finden Sie auf www.wanderforum.ch

Linner Linde Aktuell

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Auf der vierten Etappe der AZ Leserwanderung 2015 gab es Lindenblütentee für die durstigen Wanderer.

Ein Tag wie Ferien


Eine unvergessliche Wanderung von der Linner Linde zur Burg Schenkenberg.

Myriaden frischer Blätter


Welch eine Freude meine neuen Blätter der Frühlingssonne entgegen zu strecken.